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Jul
29

Schneewittchen und die sieben Zwerge (2 DVDs)

Schneewittchen und die sieben Zwerge (2 DVDs)

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Schneewittchen u. die sieben Zwerge2 DVDs DV Schneewittchen und die sieben Zwerge ist zweifellos einer der dicksten Brocken aus Disneys Goldenem Zeitalter. Im Jahr 1937 entstanden, betäubt er geradezu mit seinem gewissenhaften Heraufbeschwören einer verzauberten Welt, samt einer Fülle an Haupt- und Nebencharakteren (eingeschlossen Vierbeiner und Vögel), von denen ein jeder ein ausgearbeitetes Eigenleben erhielt. Betrachtet man Schneewittchens komplexe, graziöse Bewegungen der Finger, der Arme und des Kopfes im Zusammenspiel, so ist es nicht allein die technische Brillanz der Künstler im Disney-Studio, die dem Zuschauer ins Auge sticht, sondern auch die gesamte Persönlichkeit ihres gewinnenden Charakters.

Wenn der tödliche Apfel der bösen Königin seine Farbe vom giftigen Grün zum rosigen Rot ändert, dann ist der Effekt der Erkenntnis, wie etwas so schönes so erschreckend sein kann, grunderschütternd. Er ist so rein, dass man sich völlig dem Horror dieses Augenblickes hingibt. Basierend auf dem gleichnamigen Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm, ist Schneewittchen und die sieben Zwerge wohl der beste Familienfilm, der, mit mythischen Motiven, die geistigen Grundlagen des Erwachsenwerdens behandelt. Er ist eine hohe Errungenschaft und sollte keinesfalls verpasst werden. –Tom Keogh Schneewittchen ist und bleibt das Juwel unter den Disney-Klassikern. Deshalb hat sich Disney bei der Ausstattung dieser DVD auch nicht lumpen lassen! Der Film liegt in einer digital restaurierten Fassung, in Dolby Digital 5.1 abgemischt vor. Die Menüs sind allesamt mit viel Liebe zum Detail gestaltet. So ist zum Beispiel die Kapitelauswahl als Märchenbuch angelegt. Durch die ganze DVD führt als magischer Begleiter der Zauberspiegel, der beispielsweise darauf hinweist, dass er nicht ewig Zeit hat, wenn man zu lange mit der Auswahl eines Menüpunktes wartet.

Roy Disney und Michael Eisner führen in das Bonusmaterial ein: Neben dem vom Barbra Streisand gesungen “Someday My Prince Will Come” sowie dem Klassiker “Heiho” zum Mitsingen enthält die DVD ein Making Of, das unvollendete Szenen, Lieder und Interviews beeinhaltet. Heute ist es kaum vorstellbar, dass alle Walt Disney für verrückt hielten, einen abendfüllenden Zeichentrickfilm zu wagen, um den Traum vom eigenen Studio erfüllen zu können! In der deutschen Fassung führt Kai Pflaume durch die Magic Mirror Tour. Im Original übernimmt Angela Lansbury diese Rolle, Disney-Fans auch als Stimme der Madame Pott aus Die Schöne und das Biest bekannt. Die Magic Mirror Tour ist besonders für kleine Kinder interessant, da sie eine gekürzte Auswahl aus dem Bonusmterial bietet und somit die Geduld der jüngeren Zuschauer nicht unnötig strapaziert.

Ein besonderer Höhepunkt ist der Audiokommentar von Walt Disney, der aus dem umfangreichen Archiv-Material der Disney-Studios zusammengesetzt ist und kenntnisreich aus dem Munde des Erfinders Aufschluss über die Entstehung gibt. Moderiert wird der Kommentar von dem Zeichentrick-Experten John Canemaker. Für alle jüngeren und jung gebliebenen Disney-Fans gibt es Seppls wilde Jagd durch die Minen. In diesem Spiel gilt es die Zwerge in der Mine zu finden, um Schneewittchen zu finden. Wie überhaupt die ganze DVD ein köstlicher Spaß! –Birgit Schwenger

Rating: 4 Schneewittchen und die sieben Zwerge (2 DVDs) (out of 78 reviews)

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5 comments

  1. magneto says:

    Review by magneto for Schneewittchen und die sieben Zwerge (2 DVDs)
    Rating:
    Was die deutsche Disney-Vertretung Walt’s erstem Meisterwerk mit dieser unsäglichen Synchronfassung von 1994 angetan hat, das ist ein Verbrechen! Ich hatte ja die leise Hoffnung, dass der Konzern doch mal die beiden alten, wesentlich hochwertigeren Synchronisationen mit auf die neue DVD presst. Wenn die dortigen Entscheidungsträger schon keinerlei Gespür mehr für Qualität zu besitzen scheinen, so sollten sie doch wenigstens den Bitten der Fans entsprechen. Stattdessen gibt es in opulenter Verpackung erneut einen Schlag ins Gesicht!

    Will man uns wirklich weismachen, dass die Alexandra Wilcke aufgenötigten Koloraturen, die sie auf Grund ihrer Stimmlage gar nicht stemmen kann, besser sein sollen als die Leistungen der Vorgängerinnen Susanne Tremper oder Hertha Mayen? Oder dass das brüchige Gestammel der Königin der Rolle angemessen sei? Über den gepressten Prinzengesang, den einschläfernden Spiegel, den übertrieben agierenden Jäger breitet man am besten und gnädigerweise gleich den Mantel des Vergessens. Und die Zwerge klingen wie die “Gummibärenbande”, so sagten meine Enkelkinder. Mannomann, die neuen deutschen Fassungen von Pinocchio, Bambi, Dumbo, 101 Dalmatiner, Susi und Strolch, die Zauberharfe und von Arielle waren schon furchtbar, aber das hier ist echt gruselig! Ich habe die DVD gleich wieder verschenkt. Diesem durch und durch verfälschten Filmerlebnis möchte ich weder mich noch meine Enkel erneut aussetzen. Schade!

    P.S.: Ich möchte noch sagen, dass ich Alexandra Wilcke sonst sehr begabt finde. Ihr Gesang in dem Disneyfilm “Pocahontas” und ihr soziales Engagement – Chapeau! Doch ihre Besetzung als Schneewittchens Singstimme ist leider falsch. Das ist, wie wenn man von einem Bass verlangt, eine Tenorrrolle zu gestalten. Und die Sprechstimme der mir unbekannten Actrice ist ein noch schlimmerer Fehlgriff. Ein derart zickiges Schneewittchen hätten die Zwerge doch wohl gleich wieder rausgeworfen!

  2. Schneecindy says:

    Review by Schneecindy for Schneewittchen und die sieben Zwerge (2 DVDs)
    Rating:
    Saure Gurke bzw. vergifteter Apfel für diese Synchronisation. Sie raubt dem Film jegliches Charisma mit unmotivierten Sprechern, schiefem Gesinge und falsch abgemischten Geräuschen. Die beiden ersten Deutschsynchronisationen waren um Meilen besser. Vor allem die erste war geradezu genial. Angeblich wollte die deutsche Disneysynchronleitung den Film auffrischen um ihn einem neuen Publikum zu erschließen. Wirft ein ziemlich mieses Licht auf deren Meinung von ihren Konsumenten. Wem soll denn so was gefallen? Und vermessen ist es auch, wo doch im Produktionsland Amerika immer noch die alte über 70jährige Tonspur verwendet wird und die geniale erste deutsche Fassung mit Paula Wessely ein Stück Kulturgeschichte darstellt. Vor allem ist mir aber völlig unbegreiflich, wie man eine derart schwache Leistung freigeben kann. Hier ist alles so stümperhaft, unprofessionell und dilettantisch, dass es mir den Film restlos verleidet hat. Ich habe nachher sogar umgeschaltet auf die türkische Tonspur, die zwar in der Tonabmischung auch viel zu modern klingt aber Sprecher aufweist, die genau wie im Englischen klingen und ganz spielfreudig agieren.

    So etwas unterstütze ich nicht. Abgelehnt. Zurück auf den Wühltisch.

  3. Anonymous says:

    Review by for Schneewittchen und die sieben Zwerge (2 DVDs)
    Rating:
    Fragt man heutzutage nach Film-Klassikern, so ist ein Ende nicht in Sicht. Viele Schöpfungen werden unabhängig von Raum und Zeit als “Unterhaltung” definiert, wobei der Horizont manchmal höher steht als man denkt. Ein Fall von “steinalt” und doch wieder “quellenfrisch” ist u.a. Disneys erstes Meisterwerk von 1937: “Schneewittchen & die 7 Zwerge”. Eine neue Ära bahnte sich dem Zuschauer, einen “Full Animation Feature” hatte man zuvor noch nie gesehen, zu viele kunterbunte Farben wollten doch anscheinend den Zuschauer verwirren bzw. blenden (wobei letzteres tatsächlich zu definieren ist, indem man die breite Masse vom Alltag ablenken konnte, so auch später während des zweiten Weltkrieges). Dies erklärte natürlich das Abstreiten eines klassischen Mittels übe längere Zeit, das zuvor schon eine Weile Verwendung fand (nicht nur bei Cartoons, unter denen Walt Disney seinen Erfolg etablierte). Man gab Disney erst spät Recht, als der Film bereits erfolgreich in den Kinos angelaufen war und die Kritiker sich ihre Haare zerrissen, Disney zugestandenes Lob in die Hände zu reichen.
    Belohnt wurde der Film später auch mit 7 kleinen Oscars, ein gutgemeinter Gag, dem sich der damalige beliebte Kinderstar Shirley Temple annahm. Um auf den Film sprechen zu kommen, so bringt man auf der einen Seite die Achtung vor dem Alter des Films auf, auf der anderen Seite mag man über die Anfangsversuche und die gewisse Naivität hinweg schmunzeln. Vieles hatte noch etwas vom alten Cartoon (bei der Entstehungszeit ja auch kein Wunder), z.B. diese schlicht gezeichneten scheuen Rehe, die noch keinen direkten Vergleich mit dem später produzierten “Bambi” anstreben zu versuchten. Dies deutet schlicht auf die Anfänge Disneys und seine immerwährende Weiterentwicklung des Animated Features hin.
    Für die damaligen Verhältnisse war es aber der Aufstiegsboom, der aus heutiger Sicht mit der Neudefinition des Features durch CGI-Erzeugnisse in etwa gleichzusetzen ist. Somit komme ich wieder auf die Weiterentwicklung zu sprechen, wobei Naivität bzw. primitives Handeln fortlaufend in jedem Film vorzufinden ist, der sich an die vorhergehende Generation richtete.Der Film selbst strotzt mit viel Originalität, die zu Disneys Lebzeiten noch klar im Vordergrund stand. Mag sein, dass das Grimm’sche Märchen die Grundbasis legte, doch Disney schnitt die Schürze breiter und ließ ihr mehr Spielraum. So hat z.B. jeder einzelne Zwerg seine eigene Persönlichkeit, die Charaktere sind klar definierbar – dass es von vielen erdachten doch “nur” 7 wurden, liegt viel mehr an der Vorlage selbst als an Disneys angeblich fehlenden Mitteln. Die Künstler verstanden es schon zur damaligen Zeit, mit ihren Werken visuell zu “spielen”.
    Die eingeführte Multiplan-Kamera (mehrere Schichten zur Tiefenerzeugung) ist heute natürlich nichts gegen die 3D-weltenorientierte Deep Canves-Technik (auch eine Art “tiefgestellte Leinwand”, u.a. Verwendung bei Disneys “Tarzan” von 1999), doch zu Disneys Zeiten war das eine ebenbürtige Glanzleistung. Damit kann man es wieder einmal so deuten, dass die damalige Technik heute veraltet ist, aber der Film sich weiterhin seit fast 70 Jahren frisch hält (und das liegt jetzt nicht an der vorliegenden DVD-Restauration).
    Disneys erstes Meisterwerk trägt nicht umsonst den Titel “The One that started it all”.Dieser Film ist noch eines dieser typischen Meisterwerke, wo einfach nur mit den sieben Zwergen gelacht werden kann, man sich vor der bösen Königin fürchtet (speziell kleine Kinder), mit Schneewittchen eine Märchenwelt betritt und gleichzeitig mit ihr am Ende des Films trauert. Die Musik scheint heute etwas kitschig zu sein, im Gesamtkontext jedoch passt sich alles wunderbar dem Film selbst an. Und wer verzichtet heute schon beim Feierabend auf “Hiho”?! ;)
    Prioritäten bleiben durch diesen Film garantiert für ewig erhalten…Zur DVD: Der Film liegt in einer restaurierten Fassung vor, bei der man meinen könnte, der Film hätte am Anfang der frühen 90er mit neuzeitigen Erzeugnissen konkurriert. Skuriler Weise sind Bild und Ton vor fast 70 Jahren entstanden – letzteres nur bedingt, da es im deutsch-sprachigen Raum bislang 3 verschiedene Synchronfassungen gegeben hat. Die ersten beiden sind dem “Wohnzimmerstudenten” niemals zugänglich gemacht worden, lediglich seltene Zelluloid-Filme der damaligen Kinozeit dürften aus sich des Verwitterns entledigen. Eine Digitalisierung wäre die Rettung eines Zeutdokumentes, welches nicht ewig lebt. Alte Hörspiele dürften zumindest die deutschen Lieder der zweiten Synchro beinhalten, während uns von der ersten anscheinend nichts geblieben zu sein scheint. Schuld daran war die dritte Synchro, die mit der VHS von 1994 eingeführt wurde und natürlich ohne Bedenken wieder auf der vorliegenden DVD verwendet wurde.Was kann man über die DVD-Ausstattung sagen? Nun, bei Buena Vista Deutschland ist man inzwischen oft abgespeckte Versionen von edlen amerikanischen Sets gewöhnt, so auch hier. Da wurden schon 2 Discs auf eine Disc getrimmt. Dadurch bleiben dem deutschen Käufer tonnenweise Extras vorenthalten, so auch das interessante Boni “Disney Through The Decades”, bei dem bekannte VIPs auf Disneys Werdegang in Film und mehr zurückschauen und anschließend ein Jahrzehnt immer mit einem jeweiligen Kinotrailer zum Hauptfilm abgerundet wird. Oder gibt es da ein paar zusätzliche Szenen, u.a. eine lustige Ess-Sequenz mit den Zwergen (auch auf dem deutschen Kauf-Video von 1994 enthalten) oder ein komplett animierte Sequenz mit der bösen Hexe, die hier noch etwas länger beim Zubereiten des vergifteten Apfels ist. Deutsche Käufer dürfen sich mehr oder weniger auf Kai Pflaume freuen, der an Stelle von “Mord ist ihr Hobby”-Komissarin Angela Lansburry (in der englischen Sprachfassung) eine kleine Tour durch Entstehung und mehr gibt, damit der Appetit für die zweite Disc (die ja in Deutschland keine Chance auf eine Herstellung hatte) geweckt wird. Aber auch als einzelnes Segment gesehen, erfährt man hier viel Interessantes (wobei davon auf der deutschen Disc jedoch auch wieder einiges fehlt). Als Schmankerl für den Fan bietet sich hier ein grandioser Audiokommentar vom Meister und Schöpfer des Films selbst. Hier hat man beachtliches geleistet, da man lange in Archiven nach alten Audioaufnahmen suchte (denn Walter gilt schon lange als tot) und diese letztendlich alle zu einer durchgehenden Spur zusammen flickte. Man spürt regelrecht eine Art Retrolook auf die damalige Zeit. Im Übrigen gibt es noch übliche Spiele für die Kleinen oder die ewig jung Gebliebenen. Schade, dass Deutschlands angeblicher Garant für Trickfilm jeder Art das Kind zu sein scheint, sonst hätte man das Set ganz klar auf den erwachseneren (aber im Herzen jungen) “Collector” zugeschnitten, wie es in den USA und einigen anderen EU-Ländern der Fall ist. Leider denkt so ein Konzern, da haben die “wenigen” Fans nur wenig zu entscheiden. Damit möchte ich auch klar stellen, dass der Film natürlich auch für Erwachsene genießbar ist. Als Fazit setzt sich meine persönliche Bewertung nach Sternen folgend zusammen:
    Film – 5 Sterne
    Ausstattung – 3 Sterne
    -> Das macht im Durchschnitt 4 Sterne in der Gesamtwertung. Die DVD ist zwar nicht mehr so leicht erschwinglich (ich rede von den enormen Geldbeträgen bei ebay, jenseits von gut und böse), jedoch würden Sie den Film nicht bereuen (schon allein wegen der aufwändigen Restauration). Als erster Eintrag in Disneys “Platinum”-Reihe (reserviert für die besten Disneys aller Zeiten), die erst mit dem zweiten Eintrag durch “Die Schöne und das Biest” in Deutschland so behandelt wurde, liegt hiermit also eine ziemlich begehrte DVD zugrunde. Wer mehr möchte, sollte entweder zur amerikanischen Edition oder zur britischen Box inklusive schönem Illustrationsbuch greifen (beides ebenfalls out of Print). Ich hoffe, dass ich Ihnen bei Ihrer Kaufentscheidung helfen konnte und wünsche Ihnen dabei viel Freude. ;)

  4. Knusperhexe says:

    Review by Knusperhexe for Schneewittchen und die sieben Zwerge (2 DVDs)
    Rating:

    “und als Beweis dafür, dass Du’s getan, bring’ mir ihr Herz – hierdrin!”

    Mit dem Mut zur dramatischen Pause und dennoch völlig lippensynchron gestaltet die leider unbekannte 1. deutsche Sprecherin ihre Rolle der bösen Königin in Walt Disneys erstem abendfüllenden Zeichentrickfilm “Schneewittchen und die sieben Zwerge”. Wer einmal das Stimmvolumen dieser Schauspielerin gespürt hat, der vergisst es nicht. Welche qualitätvolle Ausbildung müssen Künstler früher gehabt haben, um derartig präsent zu sein! Welches Potential und welche Disziplin!

    Schauspielerische Meisterleistung

    Eine deutsche Lady Macbeth, eine waschechte Wagner-Heroine gibt da unverblümt den Mord an ihrer schönen Stieftochter Schneewittchen in Auftrag. Wie sie das macht, da bleibt einem die Spucke weg: Was zunächst wie ein gut gemeinter Ratschlag klingt, fast schon ein wenig wie ein Kochrezept, steigert sich zum unverhohlenen Wahnsinn. Es ist die Schlüsselszene des Films und in dieser Interpretation eine schauspielerische Meisterleistung, die es mehr als verdient hat aus dem Schatten der Archivregale hervorgeholt zu werden.

    Trauriger Rekord: 3x synchronisiert

    Drei Mal wurde der Klassiker eingedeutscht. Die 1. Fassung traf noch genau den Ton des amerikanischen Originals. Sorgfältig erstellt bis ins Detail, mit einer Sprecherriege, die direkt dem Original zu entstammen scheint, so ähnlich klingen die Stimmen. Die Sache ist von A bis Z rund! Sei es nun die meisterhafte Interpretation der Königin-Darstellerin, die einem wohlige Schauer über den Rücken jagt oder die unschuldige Stimme einer Paula Wessely in der Rolle des Schneewittchen. Kein Wunder, dass die mehrfach ausgezeichnete Wiener Burgmimin als bestes Gretchen gerühmt wird. Als Schneewittchen mit leicht österreichischem Akzent ist sie nicht weniger frisch und anrührend.

    Der Tradition verpflichtet

    Die Zwerge: Allesamt einzigartig! Noch voll dem K. und K.-Glanz österreichischer Schauspieltradition verpflichtet. Zucker is’ futsch!”, der entrüstete Vorwurf Pimpels war lange Zeit eines meiner kindlichen Schlagworte. Oder die Entdeckung Happy’s: “Geschirr is’ nich’ gestohlen. Ist versteckt in Schrank!” Einfach perfekt! Anrührend! Witzig, ohne jede Peinlichkeit! Treuseelig singen die Zwerge hier noch: “Juchhei, Juchhei, die Arbeit ist vorbei!” und man hat seinen Spaß – wenn auch leider nur noch beim Hören der Ausschnitte auf Disney-LP.

    Überwacht von höchster Stelle

    Der Zauberspiegel: Als unfreiwilliger Helfer ist Aribert Wäscher ein echter Glücksgriff. Wie sein englischer Kollege musste er in eine überdimensionale Trommel klettern, um den mystischen Nachhall zu erzeugen. Walt Disney höchstpersönlich hatte die fremdsprachigen Synchronisationen überwacht. Und das merkt man! Die Texte wurden erst vom englischen ins deutsche und dann wieder rückübersetzt, um so etwaigen Verlusten in der Sprachästhetik entgegen zu wirken. Von solchen Finessen sind die beiden anderen deutschen Fassungen meilenweit entfernt.

    Trivial

    Sprachlich trivialisiert, bietet die 2. Synchronisation wenig Erbauliches: Die Königin Gisela Reißmanns ist allenfalls Mittelmaß, ohne Resonanz, flach und viel zu jugendlich. Uschi Wolff als Schneewittchen ist wenigstens durchgehend feinfühlig, wenn auch leicht verkniffen und ohne die Ressourcen einer Wessely. Die Zwerge machen viel Lärm. Der Spiegel ist arg desinteressiert. Wie gesagt, alles wenig erbaulich, wäre da nicht Susanne Tremper. Sie singt das Schneewittchen, dass es eine Wonne ist. Fernab von jeder Operettensoubrette zwitschert und tirilliert sie, dass es einem die Luft nimmt. Als Prinz steht ihr René Kollo gleichwertig zur Seite. Selbstverständlich, dass diese Leistungen als deutscher Soundtrack veröffentlicht wurden und dass auf die Koloraturen der Tremper in der 3. deutschen Synchronisation zurückgegriffen wurde.

    Indiskutabel

    Diese 3. Fassung wurde in aller Eile für die Video-Erstauswertung hingeschludert. Völlig indiskutabel! In einer unharmonischen Mischung der Texte von Fassung Eins und Zwei. Ohne jedes Gespür für Timing oder Sprecherführung! Von der Titelrolle bis zum letzten Zwerg nur Fehlbesetzungen, die hörbar mit der Stechuhr im Hintergrund durch die Märchenwelt hasten. Bei aller Liebe, da schalte ich gleich auf’s englische. Was für ein Unterschied. Und was für ein Unterschied zu der oben beschriebenen 1. deutsch/österreichischen Synchronfassung mit Paula Wessely und Aribert Wäscher. Sind die bei der deutschen Disneyvertretung eigentlich unsensibel oder einfach nur schlichtweg dumm? Was sollen diese Neusynchronisationen, die selbst den schönsten Film jegliches Charisma nehmen? Ach, noch was zu den Farben: Von “weiß wie Schnee” kann in der aufpolierten DVD-Fassung keine Rede mehr sein. Die Braut erstrahlt in Pink. So zerstört man Filmlegenden! Also bauen wir uns beim Erklingen der Hörspiele eigene Träume. Mit Tremper, Wessely, Wäscher und all den alten Stimmen “reiten wir in’s Glück und kehren nie mehr zurück. Dann hat sich mein Traum erfüllt!”

    Fazit: Finger weg, solange Disney nicht die alte Synchronfassung freigibt und sich in den Farben an die Erstauswertung hält!

  5. Waldinger says:

    Review by Waldinger for Schneewittchen und die sieben Zwerge (2 DVDs)
    Rating:
    Die Disney-Macher haben sich wirklich übertroffen, wenn man bedenkt in welcher Zeit dieser Film entstanden ist. Mehr als 60 Jahre sind seither vergangen und dennoch hat der Film seinen ganz besonderen Charme nicht verloren. Im Gegenteil, durch die Überarbeitung hat er noch an Reiz gewonnen.
    Dieser Film hat alles was Kinderherzen höher schlagen läßt ( und nicht nur Kinderherzen ).Allerdings darf man keinen Film à la Toy Story oder König der Löwen erwarten. Schneewittchen ist eben in den 30er Jahren entstanden und hat einen Touch von Musical … und über Musikgeschmack läßt sich nicht streiten.Wirklich einfallsreich ist die Führung durch das Menü der DVD gemacht. Der Spiegel höchstpersönlich führt den Zuschauer “kinderleicht” durch das Menü. Und hierbei stößt man auch noch auf einen ganz besonderen Bonus: ein Spiel, bei dem es darum geht in den Bergwerkschächten durch geschicktes Fragen beantworten alle 7 Zwerge zu sammeln.Wirklich gelungen!

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